Freitag
Wow, die dritte Woche ist so gut wie rum, ein Drittel des TT gepackt. Es geht jetzt richtig los mit den Posture Clinics, Morgen früh treff ich mich mit Jake und Mansour um sieben in der Lobby, um die Eagle Pose zu üben (eins meiner Fotos, auf dem alles ineinander gewrungen ist). Die beiden kämpfen verdammt hart mit dem Dialog, bzw. dem Vortrag. Ich krieg das offenbar besser hin, aber ich kann mich gut in die beiden reinfühlen, gestern bei der Awkward Pose (Zehenstand) war ich ziemlich nervös, die Pose hat drei Teile, zusammen zwei Seiten Text und nicht so gut zu visualisierren, wie ich finde. Irgendwo im zweiten Part begann mir jeglicher Speichel im Mund zu versickern und im dritten Teil fühlte sich mein Mund an, als wäre ein Turner vorbeigekommen und hätte mir ne Hand voll von seinem Magnesiumpulver in den Mund gestopft. Im ernst, ich musste ständig schmatzen, um meine Backen zu lösen, die sich anfühlten, als wären sie im Mund zusammengeklebt.
Jake ist so um die 50, schätze ich, vielleicht älter, und ist eigentlich ein selbstbewüßter, fitter Typ, der schon seit 13 Jahren Bikramyoga betreibt, aber wenn er teachen soll, hat er Riesenblackouts und starrt Löcher in die Luft, während seine Schüler mit ihren sauren Muskeln kämpfen.
Mansour hingegen wirkt recht unkonzentriert und zappelig, ich glaube er kämpft ziemlich mit dem Programm hier. Er erzählte mir grad noch, dass er zuvor nicht mehr als einmal wöchentlich beim Yoga war! Aber er ist auch ein guter Typ, irgendwie kann man allen schon ansehen, wie sie sich hier verändern werden, vermutlich werden die, die es hier am schwersten haben, die Besten sein...
Dr. t´s Lectures sind interessant, aber eben nur Basics. Immerhin, er macht es unterhaltsam und anschaulich und liebt es, zwischendurch Witze zu erzählen. Sein Kopf arbeitet offensichtlich gut für seine 80+ Jahre. Viele seiner eingestreuten Facts in Sachen Ernährung sind aufschlußreich, wenngleich sie mir doch zu sehr aus der wissenschaftlichen Ecke kommen, was bekanntermaßen (mir ist das bekannt) sehr einseitig ist. Beispiel heute: Was macht Zucker in unserem Körper? Er verringert merklich die Fähigkeit der Blutkörperchen, Bakterien zu bekämpfen, und zwar je nach Zuckerart bis zu 50% für einige Stunden, das gilt auch für Fructose, z.B. in Saft, wenn sie von den Fruchtfasern getrennt wurde... Einzig Stärke verringert die Immuntätigkeit nicht. Das ist natürlich krass zu wissen, vor allem, wenn man krank ist und jede Abwehr gebrauchen kann.
Was mich allerdings stört an solchen Studien ist, dass sie immer isolierte Felder beobachten. Nur so als Frage: was passiert, wenn einer der Probanden, der 3 Teelöffel Zucker zu sich nimmt (das war die Testmenge mit dem beobachteten Effekt) in den kommenden Stunden - sagen wir mal - Sex mit seiner Traumfrau hat oder ein Kaberrett besucht und sich halb totlacht und der andere Proband sich im Fernsehen live die nächste Katastrophe reinzieht (Erdbeben, Tsunami, Terror... doesn´t matter), glaubt ihr nicht das das einen Unterschied macht? Es macht definitiv einen Unterschied! Das Gehirn wird komplett andere Hormone ausschütten, die ins Blut geschwemmt werden und alles ändern. Das mag ein übertriebenes Beispiel sein, aber es verdeutlicht, wie komplex wir sind und wie sehr unser Gemüt unseren Körper bestimmt. Anyway, das beeinflußt sich eh gegenseitig. Wer Yoga betreibt, wird sich seines Körpers bewußter und ernährt sich automatisch besser, so wird langsam alles besser in ihm.
Trotzdem: Ich freue mich auf mein erstes kühles Bier in sechs Wochen!!
Das bringt mich zu dem Punkt, an dem ich einen weiteren Aphorismus loswerden kann, den Urheber hab ich gerade nicht parat, aber der Spruch geht in etwa so:
"Balance halten ist die erfolgreichste Bewegung im Leben."
Da ist nichts hinzuzufügen. Gute Nacht
Samstag, 16. Mai 2009
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