Day One, 27.4.09
Hi Leute!
Der erste Tag in Palm Springs - bzw. Desert Springs - ist rum. Eigentlich ist´s ja schon der zweite. Ich wache noch früh auf - jetlag- was so schlecht nicht ist, immerhin muss ich ja ab morgen täglich um 8.30 zur ersten Yogasession. Das Gute ist, dass ich tagsüber trotzdem nicht müde bin.
Heute Morgen war ich ein wenig entnervt, weil das mit dem Internet nicht hinhaut. Der Spaß soll eh schon 10,- Dollar täglich kosten - von der Lobby aus, vom Zimmer 12,- - und ich hab in der früh, weil ich ja wieder um halb sieben aus dem Bett gefallen bin, dreimal versucht mich einzuloggen, mit Kreditkartennummer etc. und keine Verbindung bekommen. Ich seh schon kommen, dass die mir trotzdem gleich dreimal die Kohle abziehen... Dafür hab ich 12,- Dollar Parkgebühr gespart, weil ich meinen Wagen rausgefahren habe, bevor das Parkwächterhäuschen besetzt ist ;-) Hier ist alles ein wenig teurer. Ich muss allerdings eingestehen, dass ich noch nie in einem exklusiveren Hotel logiert habe. Wenn ich zuvor dachte, 3900,- Dollar für 63 Übernachtungen wären viel, dann bin ich inzwischen eines besseren belehrt. Sookja (meine einzige Yogabekannte aus Hamburg, die mit hier ist) hat für eine Nacht, die sie zu früh und unangemeldet hier auftauchte 400,- Dollar gelatzt!!
Eigentlich hat bis hierher alles ganz gut geklappt. Vergangenen Dienstag bin ich nach München geflogen und habe eine Nacht bei Ian und Jenny verbracht. Thanx again. Mittwoch Mittag gings gen L.A. Ich musste nicht groß zittern mit meinem stand-by-Ticket, sondern hab schon beim check-in meinen Sitzplatz zugewiesen bekommen. Im Flieger hatte ich zwei Plätze am Fenster für mich und ein okayes Movieprogramm, sodaß die 11,5 Stunden wie im Flug vergingen (und meistens vergehen 11,5 Stunden im Flugzeug nicht wie im Flug - erst recht nicht, wenn man davon nur eben eine Stunde schläft).
Am Flughafen hat mich Tina empfangen, und ich konnte dann bis Sonntag Morgen bei ihr und Francis nächtigen - danke dafür. Du hast nette Freunde Markus! Von L.A. hab ich eigentlich kaum was gesehen, aber die Steaks am letzten Abend waren krass gut!
Der Mietwagen nach Palm Springs war etwas teurer als gedacht, aber OK. Greyhound+Airporttaxi hätte ebenfalls ne Stange Geld gekostet und wäre viel komplizierter ausgefallen. Ich hab mich nicht einmal verfahren, naja gut, einmal kurz am Schluß, aber undramatisch. Und Francis, beim Tanken hab ich mich wie ein Trottel angestellt. Hättest mir ruhig verraten können, dass man vorher zahlt ;-)
So. Schon Zwei lange Absätze geschrieben und noch nichts über Yoga berichtet. Also, um mal alle zu schocken, die wissen, worum es geht: Heute Nachmittag war die erste Session bei Bikram himself, sie hat schlappe 118 Minuten gedauert und: es war mit Abstand die leichteste Klasse, die ich je hatte! Ja, ihr habt richtig gelesen - die leichteste.
Okay, ich hatte mich ja innerlich schon darauf eingestellt, alle Erwartungen hinter mir zu lassen, alle Ambitionen, Ängste, Empfindlichkeiten, in der Einführung wurden die verschiedenen Redner nicht müde dies zu betonen, aber das war wirklich das Letzte, was ich erwartete: Eine Bikramsession beim Meister persönlich, die völlig easy durchzustehen ist? Es war einfach nicht sonderlich warm. Weit entfernt von heiß. Ich schätze hier ist alles noch in der Probephase. Der Yogaraum ist riesig - eigentlich ein Pavillon außerhalb des Hotels, und wohl noch nicht richtig eingestellt. Ich bin ziemlich sicher, dass sie es noch schaffen werden, uns das Leben zur Hölle zu machen.
Ein kleiner Einschub für alle, die Bikram-Yoga bisher nicht am eigenen Leib erfahren haben. Eine Bikram-Yoga-Klasse besteht aus 26 Yoga-Asanas (indische Turnübungen, wenn ihr so wollt), die immer in der gleichen Weise und in der gleichen Reihenfolge innerhalb einer 90-minütigen Session durchgeführt werden. Es handelt sich bei allen Asanas um Halteübungen, d.h. eine Position wird eingenommen und gehalten, es sind also keine dynamischen Übungen. Manche Übungen flexibilisieren den Bewegungsapperat stark, manche fordern extreme Muskelarbeit, die meisten beides. Manches erinnert an Skigymnastik, manches an Dehnübungen beim Kampfsport, manches an Ballet. Klingt langweilig? Jetzt kommt der spezielle Bikramgag. Das ganze wird bei einer Raumtemperatur um die 40°C durchgezogen. Das ist anstrengend! Ich hatte zuvor 17 Jahre regelmäßig Karate betrieben (und werde es nach dem TT endlich wieder machen) und in den letzten zwei Jahren zudem Boxen. Trotzdem war ich nicht in der Lage meine ersten Bikramstunden ohne Pausen durchzustehen. Mein Puls ist in der Serie immer mal wieder an der Maximalfrequenz, und das, obwohl man sich kaum bewegt! Try it, if u don´t believe it. Während so einer Session schwitze ich etwa 2 - 3 Liter aus aber hinterher fühle ich mich meistens blendend. In jeder Bikramstunde wird jeder einzelne Muskel im Körper sowohl gedehnt als auch gekräftigt. Anschließend fühlt man sich wie eine Katze nach genüßlichen Räkeln, kombiniert mit der Kraft eines Silberrückens. Na gut, manchmal fühlt man sich auch wie eine ausgelutschte Zitrone, aber das geht vorbei. Natürlich gibt es noch ganz andere positive Effekte vom Yoga. Mentale, gesundheitliche und andere. Dazu später mehr.
Was mich hier während des TT in den nächsten Wochen erwarten wird, sind zwei Yogaklassen täglich (drei bis fünf Stunden p.d.), dazwischen und danach umfangreiche Vorlesungen, Lerngruppen, Lehrproben etc. Von Montagmorgen bis Samstagmittag werden wir so gut wie keine Freizeit haben (wenn´s gut läuft bekomm ich eine Stunde kalifornische Wüstensonne am Tag) und am Wochenende wird nicht gefaulenzt, sondern gelernt. That´s it.
Die ersten Tage werden aber wohl relaxt sein. Take it easy ist das Motto. Wir werden hier noch früh genug an unsere persönlichen Grenzen gebracht, daran dürfte niemand zweifeln. Darum geht es hier. An Grenzen kommen, den eigenen Körper und noch viel mehr das eigene Ego überwinden. Bikram, seine Frau Rajasree und Jim hiess er, glaub ich (der Typ aus dem ersten Bikrambuch mit Zopf und über dem Körper verteilten Polynesier-style-tattoos, sehr sympatischer Kerl) haben uns einige gute Denkanstöße mit auf den Weg gegeben. Hier eine Auswahl. Ein Gleichnis von Jim fürs TT und eigentlich aufs ganze Leben übertragbar: Ihr werdet Euch fühlen wie in einem Ozean treibend. Wenn eine Welle euch hochträgt, ihr plötzlich den kompletten Horizont um euch sehen könnt, werdet ihr denken: Wow! Mir geht´s prima, es geht immer weiter bergauf, die Aussicht ist prima, geiles Gefühl, so kann´s weitergehen... dann geht´s bergab, ihr denkt, fuck was ist jetzt los, es zieht euch nach unten und ihr könnt nix dagegen tun, seht nur noch ein paar Meter weit das kleine Wellental um euch herum, werdet deprimiert sein und denken, hier komm ich nie wieder raus... Und dann trägt euch die nächste Welle hoch. Take it easy. Laßt die Gefühle kommen und gehen, fallt nicht zu sehr darauf herein, beobachtet einfach und vertraut dem Prozess. 6000 Leute haben bisher das TT absolviert, die haben das alle durchlitten mit allen Höhen und Tiefen. Wir sind die nächsten 320 Absolventen.
Bikram selbst habe ich ja schon in HH kennenlernen können, als er letzten Herbst bei uns war. Und so einiges kannte ich schon von den TT-Blogs vom vergangenen Herbst. Auf der Bühne ist er ein Exzentriker vorm Herrn, ein Sprücheklopfer, ein verbaler Derwisch, eine Art indisches Rumpelstilzchen mit Extremfokuhila. Ein Schenkelklopfer folgt bei ihm auf den nächsten. Im nächsten Moment folgt eine Schimpftirade. Im direkten Kontakt hingegen ist er very charming, höflich, fast zurückhaltend und bescheiden auftretend. Das kommt immer gut, wenn man Millonär ist!
Er hat uns in der Einführung am Morgen und seiner ersten Klasse auch schon einige Weisheiten mitgegeben. Einigens ist zum schmunzeln und entbehrt trotzdem nicht einer tieferen Weisheit. Beispiel gefällig? Frage: Was habt ihr zu fürchten? Was ist das Schlimmste, was euch im Leben wiederfahren kann, was habt ihr zu verlieren? Euer Leben, das ist das Wertvollste, das ihr zu verlieren habt. Das worst case szenario ist der Tod. Aber! Das schlimmstmögliche ist somit limitiert. Schlimmer als zu Sterben kann es hier in diesem Leben für uns nicht werden. Wie ist es mit der Gegenseite? Wieviel positives können wir erleben, wenn wir wollen, uns darauf einlassen? Ist das positive limitiert? Nice question.
Noch einer gefällig?
Having means nothing, unless u don´t know how to use it!! Wir, in der ersten Welt haben sehr viel, fast alles, könnte man meinen. Und trotzdem, allzu oft scheint es, dass wir vieles nicht haben, z.B. Gelassenheit, Balance, Freude, Liebe, Vertrauen. Daraus resultierend Gesundheit, befriedigende Beziehungen usw. Hier Bikrams Story: Er lebt in Beverly Hills in einer riesigen Villa, Blick über L.A., einen Carpool mit mehreren Limos und: den größten Pool in Beverly Hills. Aber er geht nie näher als ein paar Schritte an den Pool heran, und warum nicht? Richtig, er kann nicht schwimmen! Having means nothing, unless u don´t know how to use it!! Keine Ahnung, ob er wirklich nicht schwimmen kann...
Ich möchte hinzufügen: Having means nothing, unless you´re not allowed to use it! ;-)
Die Do´s and Don´t des TTs:
No alcohol, no smoking, no drugs, no fucking around!!
"no huggy huggy, no kissy kissy, no fucky fucky - U have a bad habit: U fall in love within 3 minutes, u open Your legs in 8 minutes. Don´t fall in love here!"
Es scheint so ne Art Schicksals-Masterplan zu sein, mich mit Ausbildungssituationen zu konfrontieren, in denen 80% der Schüler weiblich und überwiegend hübsch anzusehen sind und das restliche Fünftel zur hälfte schwul. Sounds like paradise? An meiner Uni drohte zum Glück kein Raussschmiss für "fucky fucky", und dabei tanzten die da nicht die ganze Zeit knapp bekleidet vor meiner Nase herum. Schätze es ist besser so. So ein Verbot lenkt die Gedanken gleich in die richtige Bahn. Hier geht´s um was Anderes. Außerdem hab ich ja eh the sweetest one of all at home :-D
Ein paar Augenweiden sind trotzdem dabei. Und die Lächeln alle so symphatisch :-)
By the way. Mein Zimmernachbar ist US-Vietnamese und sehr wahrscheinlich gay, Anfang zwanzig und scheint sich exzessiv für TV-Serien zu interessieren. Das wird lustig.
Do´s:
Think positive!
Trust the prozess!
Fall in love with yourself!
Ich mag Bikrams Humor!
Speaks: "Ihr schafft es nicht eure nächsten und euch selbst zu lieben! Ihr sagt zwar ständig, "Ich liebe dich, ich vermisse dich bla bla bla". Würden darauf Steuern erhoben, würdet ihr ganz schnell darauf verzichten! Stattdessen verliebt ihr euch in Hunde und Katzen und laßt sie in euren Betten schlafen. Ihr seid total übergeschnappt!" (das wirst du mögen, Mama)
Dienstag, 28.4.
Heute zwei Klassen absolviert. Morgens bei Rajasree, Nachmittags bei Bikram. Nachmittags und Abends: Half Moon Pose (die erste Pose muss jeder vorm Chef auf der Bühne dirigieren). Schätze wir haben ca. 100 Leute durch. Die Kommentare sind äußerst hilfreich. Für Alle. Manche machen ihren Job richtig gut. Ein sehr lustiger Typ aus New York mit geilem "Mafiaaktzent". Bikram hakt nach: "Did u say your name was Corleone?". Ein älterer Typ aus Texas, mit John Wayne-Slang ist Abends definitiv der beste bis dahin. Das hatte ich nicht gedacht, als ich ihn auf die Bühne kommen sah. Er ist eigentlich Pferdetrainer. Wir haben hier einige Leute unter den Anwärtern, die jenseits der 50 sind, ich glaube sogar welche über 60. Die jüngste ist 18. Als Gast hat schon eine süße 3jährige beim Yoga mitgemacht!!
Ich denke, ich versuch mich Morgen auf der Bühne. Es ist wirklich alles dabei. Totalnervenbündel, Supershowmen (miss-everybodys-darling/bitch-from-Vegas, meine Güte, will die gesehen werden...), tolle Stimmen, schlimme Akzente, verhuschte Gestalten und menschliche Kraftwerke. Ein Typ aus Florida meint auf Bikrams Frage hin, warum er sein Seminar dort nicht besucht hatte: Er mag laute und arrogante Leute nicht! But he obviously changed his mind. Die letzten werden die ersten sein. Die schlechtesten die Besten. Trust the Prozess!
Das selbe gilt für die Yogasessions. Alles ist vertreten. Junkies, oder lookalikes, Champions, Fette oder ehemals Fette, Modeltypen und Exoten, alte und junge. Viele Asiaten. Wenige Schwarze. Selbstdarstellung ist hier völlig fehl am Platz. Es ist völlig egal, wer du bist, woher du kommst oder was du glaubst, darstellen zu müssen. Alle sind gleich, alle starten und enden gemeinsam.
Gerade eben der dritte Tag hier und ich fühle schon leichte Veränderungen in mir. Nicht mal auszuschließen, dass ich hier rauskomme und beim nächsten Metalkaraoke im Headcrash performe ;-)
Alle hier aus dem Team haben uns herzlichst Willkommen geheißen. Ihr werdet Teil einer Familie, ist das, was sie uns vermitteln, und sie machen das wirklich gut. Lauter zuvorkommende, freundliche und vollkommen relaxte Leute. Wer möchte da nicht dazu gehören?
In der Nachmittagsklasse hab ich mich bei einer völligen emotionalen/mentalen Dummheit ertappt. Ich lag direkt hinter Miss-Vegas (s.oben). Eine wirklich schillernde Person, stolz, auffällig, sexy, exentrisch und ich bemerkte, dass ich hoffte, versehentlich beim Sit-up mit den Händen ihre Füße zu berühren, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Meine Güte! Wie bekloppt ist das denn? Solchen Schwachsinn betreibe ich seit ich ein Teenager bin ohne es wirklich zu bemerken. Heute schon, und ich hab´s sofort geändert. Tatsächlich hab ich später einen völlig ungekünstelten, aufrichtigen Blick plus Lächeln von ihr eingefangen. Genau so soll es sein. Nicht anders. Ich bin zuversichtlich hier noch sehr viele beknackte Angewohnheiten hinter mir zu lassen. Tag drei. Thanx.
Nachtrag:
Warum schaffe ich mir selbst so oft innerlich Situationen, die mich unter Performancedruck setzen? Warum setze ich mir Hürden, die ich dann nicht nehme? Warum gebe ich mir selbst so häufig Gründe, mich zu kritisieren und abzulehnen? Auf diese Weise verhindere ich erfolgreich, daß ich mir selbst die Liebe und Anerkennung gebe, die ich verdiene. Ich verharre in dem Glauben, nicht gut genug zu sein und zugleich erhoffe ich von außen Absolution. Die wird nicht kommen. Ich muß sie mir selbst geben.
Freitag 1.5.09
Drei Tage sind vergangen, in denen ich nicht zum Tippen gekommen bin. Die Zeit rast und jeder Tag ist voll mit Erlebnissen, neuen Bekanntschaften. Wir sind immer noch in der großen Gruppe zusammen, Half Moon wird vorgetragen. Jeder hat es auf der Bühne zu machen vor allen 320 Leuten und Bikram. Ich hab mich noch nicht in die Reihe gestellt, wenn ich in den Raum kam standen da immer schon 50 Leute oder mehr, um Stunden auf ihren Auftritt zu warten.Bis gestern war ich ziemlich nervös deswegen und hab mich eher gedrückt. Inzwischen bin ich gelassener. Jeder muss da hoch und alle packen es, manche besser, manche weniger gut. Ich glaube ich werd´s geniessen. Vorhin hab ich schonmal die Gelegenheit ergriffen auf die Bühne zu klettern, um für die ersten Sprecher als Schüler zu fungieren. Das war gut, um ein feeling für die Bühne zu bekommen. Ist gar nicht so schlecht da oben!
Mittwoch und Donnerstag Abend gab es die ersten Lectures (Vorträge) von Bikram. Eigentlich könnte man auch Bikram-Plauderstunden dazu sagen, denn so richtig strukturiert sind diese Abende bisher nicht. Er hangelt sich von einem Thema zum anderen, schiebt Stories und jokes ein und findet kein Ende. Das ging jetzt zweimal so für 2 bis drei Stunden ohne Pause. Vielleicht ist das alles Absicht, um unsere Konzentration zu schulen, wer weiß?
Im Anschluß gab es jeweils Bollywood-Filme. Anwesenheitspflicht - kein Scheiß! Der Mittwochfilm gehört locker zu den drei schlechtesten Filmen, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe - und das waren ne Menge!
Bollywoodmovies sind so etwa wie Pornos ohne Ficken, kombiniert mit von blauäugigen muskulösen Indern gesprochenen Dialogen (die sich anhören wie von Roger Whittaker geschrieben) unterbrochen von Tanzszenen, in denen McHammer und Vanilla Ice-Lookalikes performen. Was hab ich gelacht! Meine Bauchmuskeln haben ein super Extraworkout bekommen. Dieser erste Film hatte so wenig mit Indien zu tun, wie StarTrek mit Amerika. Selten so einen Wust von schamlos zusammengeklauten Filmsets und Ideen (von Heidi über James Bond bis Rambo) gesehen. Selten so penetrantes Productplacemant gesehen - Die Logos von Honda und Nike zusammen in einem Bild (und sonst nichts!!). Zudem nahm der Film kein Ende. Lief locker drei Stunden. Um halb drei waren wir aufm Zimmer und natürlich um halb neun wieder auf der Yogamatte. Anyway. Rohit und Sonia werde ich sobald nicht vergessen. Irgendwann guck ich den Film nochmal bekifft und werd drei Stunden lang heulen vor Lachen.
Der gestrige Film war historischer Natur, keine Tanzszenen, bessere Dialoge, aber der gleiche blauäugige indische Superstar. Ich glaub Bikram sagte, der wird uns hier besuchen. Überhaupt scheint Bikram jeden Promi weltweit zu kennen und beim Yoga auf deren Rücken rumzuspringen, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Dummerweise war der Film länger. Um halb vier waren wir im Zimmer und dann musste ich erstmal was essen, das ist nämlich nicht erlaubt im Saal. Heute Morgen aufzustehen war ungeil aber nach der Klasse ging´s gut, Lunch, zehn Minuten dösen und erfrischt zurück in den Saal. Heute haben wir nur noch einmal Yoga und den Abend frei, Morgen früh noch einmal und WOCHENENDE!!!!
Speaks:
"Du kriegst dein Knie nicht höher? Wie mies muss dein Sexleben sein? (pachimotanasana)" Bikram
Frage aus der Gruppe bezüglich des Busshuttles zum Supermarkt: "Wie wird der Shuttle aussehen?" Sehr trocken aus der Reihe hinter mir: "Wie ein Flugzeug."
"Hey guys, wenn ihr Euren Oberkörper nicht hochkriegt (Cobrapose), macht eure Frauen nicht verantwortlich, wenn ihr auch sonst nichts hoch bekommt." Bikram
Ich habe gerade überschlagen, dass ich etwa 34 Liter seit Montag getrunken habe, also fast sieben Liter täglich. Ich glaube die letzten Sessions haben sich immer mehr der Bikramnormaltemperatur angenähert. Zumindest schwitze ich so, wie ich´s aus Hamburg gewohnt bin. In der Nachmittagsklasse mußte ich meine ersten beiden Sets pausieren, um mich kurz zu sammeln. Die ersten Leute mußten raus zum Kotzen oder weil sie einfach platt waren. Aber es hält sich sehr in Grenzen. Wenn von den 320 Yogis mal 20 zur selben Zeit pausieren ist das schon viel. Beachtlich. Gestern hat mein Ischiasnerv rechts rebelliert und zeitweilig ordentlich Schmerzen im Arsch verursacht. Heute war wieder alles gut.
Schätze, ich hab mich zu früh auf Sonne gefreut. Bisher komm ich nur auf ein paar Minuten täglich, jeweils vorm und nach dem Yoga. Es ist hier schon ziemlich warm. Wenn die Sonne richtig knallt, sicher über 30°. Im Juni wird´s bestimmt heftig.
Heute Abend haben wir nach dem Yoga frei bekommen. Man, das fühlt sich cool an, soviel Freizeit am Stück und mehr als fünf Stunden Schlaf. Andererseits kickt das Programm auch ganz gut. Back in HH werd ich definitiv viel Energie haben, bleibt abzuwarten, wo ich die hinpacke.
Samstag, 2.5.09
Die Morgenklasse war gut. Zu Anfang hab ich mich fast ein wenig "überschlafen" gefühlt, also müde vom zu viel schlafen. Ich glaub ich hatte sieben Stunden. Wir hatten einen alten Hasen als Trainer aus Texas. Hab den Namen vergessen. Er hat eine ganz reguläre Klasse unterrichtet, die genau 90 Min hatte. Ich stand in der zweiten Reihe - zuvor war ich immer weiter hinten - und konnt mich erstmals richtig im Spiegel sehen. Ich glaub, das war heute meine beste stehende Serie, seit ich Yoga mache, die liegende war ok, hab ein wenig Energie und Konzentration verloren.
Die lezten Tage bin ich hier ziemlich emotional geworden. Als (klein-)Caudia kürzlich zu mir meinte, sie hätte beim TT am Schluß nach jeder Yogaklasse geflennt, dachte ich wegen der Überanstrengung. Tatsächlich ist mir jetzt schon häufig danach. Durch das Yoga - besonders in dieser Intensität - werden sämtliche Kanäle im Körper geöffnet. Ich bin nicht eigentlich traurig in diesen Situationen, aber wenn man sich so öffnet und all die negativen Gedanken, die man ständig durch sein Leben schleppt - die selbstbezüglichen und die nach Außen gerichteten, losläßt, dann folgen die Tränen automatisch. Jeder von uns ist voll von negativen Gedanken. Klingt das strange, nach destruktiver Sichtweise? Dann mal anders herum: Wer von uns ist ausschließlich beseelt von positiven lebensbejahenden Gefühlen? Wer behandelt jeden Mitmenschen, dem er begegnet, wie den bestmöglichen Freund, den er haben kann (abgesehnen von Yuka -LU- und noch einigen anderen glücklichen)? Eben. Ich nicht. Bisher zumindest. Das kann sich hier ändern.
@my teachers in HH: Danke für die Tips zuvor. Ich glaube alle von Euch haben gesagt: Genieße die Zeit beim TT, sie kommt nie wieder. Ich fühl mich super hier, fitter als je zuvor, wenn auch körperlich zeitweise ein wenig müde, aber geistig wach, großartig.
@Rudy: Ich höre euren ersten Demosong (Lost Agenda) jeden Tag - wenn ihr noch mehr solche Songs raushauen könnt, werdet ihr groß rauskommen, da bin ich sicher. Schade, dass ich euren ersten und zweiten Auftritt verpasse...
@Lutz: Danke Danke Danke
@Yuka: Alles was ich dir jemals sagen könnte, wäre zu wenig. Love U
@all others thinking of me: Danke für eure Unterstützung!
Sonntag, 3. Mai 2009
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hey lennart,
AntwortenLöschendanke fürs teilhaben lassen - feels like yesterday :) bin schon ganz gespannt wie woche 2 ist/war!!!
take care & have fun
yvonne*